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Das Verschwinden der Leuchtturmwärter von Eilean Mòr

Was geschah vor Weihnachten 1900 vor der schottischen Küste?

Leuchttürme, früher wie heute weisen sie den Kapitänen und Besatzungen von Schiff den Weg in den sicheren Hafen und warnen sie vor kritischen Inseln oder anderen Gefahren.
Heute größtenteils elektrisch aus der Ferne überwacht, waren früher Wärter das Herz und die Seele eines Leuchtturms. So auch im Jahre 1900 im Flannen Isle Lighthouse auf der Insel Eilean Mòr, der Hauptinsel der schottischen Flannen Isles.

Eilean Mòr

Eilean Mòr, aus dem schottisch-gälischen kommend, zu deutsch etwa „Große Insel“, ist die Hauptinsel der schottischen Flannen Isles. Einer Inselgruppe, circa 115km nord-westlich dem schottischen Festland und circa 30km nord-westlich der schottischen Inselgruppe Lewis.

Das Flannen Isle Lighthouse

Das Flannen Isle Lighthouse ist ein im Jahre 1899 erbauter, 23 Meter hoher Leuchtturm. Er sollte die ankommenden Seefahrer vor den britischen Inseln warnen. Abgesehen von eben diesem Leuchtturm sind die Inseln unbewohnt. In regelmäßigen Abständen kamen Versorgungsschiffe vorbei. Diese waren für die Versorgung der Crews mit Lebensmitteln sowie für den Austausch der Crews zuständig. Noch heute (Stand: Januar 2018) steht der Leuchtturm auf der Insel. Er ist nach einer Modernisierung und Automatisierung in den 1970er Jahren noch heute in Betrieb und kann von Touristen besichtigt werden.

Das Verschwinden der Leuchtturmwärter im Jahre 1900

Kurz vor Weihnachten im Jahre 1900 waren die drei Leuchtturmwärter James Ducat, Thomas Marshall und Donald McArthur im Dienst. Nach ihrer sechs Wochen andauernden Schicht sollten, wie üblich, zwei Wochen Heimaturlaub folgen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.
Der Kapitän der „Archtor“, welche die Flannen Isles in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember auf ihrem Weg von Philadelphia nach Edinburgh passierte, notierte in seinem Logbuch, dass das Beacon (Drehfeuer) des Leuchtturms nicht eingeschaltet war.

Als der Kapitän Harvey mit seinem Versorgungsschiff, der „Hesperus“ am Nachmittag des 26. Dezember 1900 auf der Insel anlegte, war die Besatzung verwundert, dass keiner der drei Leuchtturmwärter am Pier stand, um sie in Empfang zu nehmen. Als die Besatzung des Versorgungsschiffes den Leuchtturm erreichte, fanden sie ihn verwaist vor. Kein Lebenszeichen der Leuchtturmwärter.

Eine Öljacke hing noch an der Garderobe, die anderen beiden fehlten. Die Küche erweckte dein Eindruck, als wären die drei Männer überstürzt geflüchtet. Der Tisch war noch gedeckt. Laut verschiedenen Quellen soll ebenfalls die Uhr stehen geblieben sein. Der letzte Logbucheintrag war auf den Nachmittag des 15. Dezembers zurückdatiert.

Logbucheintragung

Freie Übersetzung der Logbucheinträge von Thomas Marshall:
12. Dezember: Sturm aus Nord-Nord-Westen. Aufgewühlte See. So einen Sturm habe ich noch nicht erlebt. Hohe Wellen, sie reichen bis zum Leuchtturm. Klarschiff gemacht. James Ducat ist gereizt.
Später am Tag: Der Sturm tobt noch immer. Wind(-richtung/-geschwindigkeit) bleibt konstant. Man kann nicht raus gehen. Nebelhorn vorbeifahrender Schiffe gehört. Lichter der Schiffe sichtbar. Ducat ist still, Donald McArthur weint.
13. Dezember: Sturm hielt über Nacht an. Wind wechselt nach West aus Nord. Ducat ist still, McArthur betet.
Später am Tag: Mittags. Stark bewölkt. Ich, Ducat und McArthur beten.

Am 14. Dezember gab es keinen einzigen Logbucheintrag

15. Dezember: 13 Uhr. Der Sturm ist vorbei. Ruhige See. Gott ist überall

Dies war der letzte Logbucheintrag. Aufgrund der Logbucheintragungen der „Archtor“ und von Thomas Marshall wird davon ausgegangen, dass die Männer am 15.12.1900 zwischen 13 Uhr und dem Beginn der Nacht verschwunden sind. Zu dieser Jahreszeit und dem Breitengrad muss das gegen 16 Uhr Ortszeit gewesen sein.

Die Wetterstationen auf Flannen Isle sowie die auf Lewis, einer circa 30KM entfernten, bewohnten Insel hatten keine Aufzeichnungen über ein solches Wetter. Auch vorbeifahrende Schiffe hatten nichts von einem Sturm mit bekommen, obwohl sie das Flannen Isle Lighthouse in der benannten Zeit passierten.

Auch die Eintragung, dass die Männer beteten, warf Rätsel auf. Einer der Ermittler in diesem Fall, Inspektor Muirhead, kannte die drei Männer recht gut. Er erwähnte mehrmals, dass keiner der drei besonders gläubig war oder hin und wieder betete.

Theorien über den Verbleib der Männer

Es gibt viele Theorien zu dem Vorfall. Diese sind teils logisch rational, teils sehr kreativ.

Die weitläufigste Erklärung ist, dass einer der Leuchtturmwärter am sogenannten Lagerkoller erkrankte. Eine psychische Erkrankung die Eintritt, wenn man lange Zeit von der Außenwelt isoliert ist. Diese kann zu Halluzinationen führen. Es wird davon ausgegangen, dass mindestens einer der drei Wärter an ihr erkrankt ist. In seinem Wahn soll er die anderen beiden getötet und sich im Anschluss selber in die Fluten gestürzt haben.

Eine weitere Theorie beschreibt eine Entführung der Männer durch außerirdische.

Schlusswort

Der Fall ist bis heute nicht geklärt. Man weiß weder, was mit den Männern geschah, noch weiß man, worin die Berichte über diesen angeblichen Sturm gründen.

Am 8. Januar 1901 wurde der Fall offiziell geschlossen und als „ungelöst“ markiert zu den Akten gelegt.

Seit jener Zeit sendet der Leuchtturm noch heute, über 100 Jahre nach dem Zwischenfall, sein Licht aus, um die Seefahrer vor den tückischen Klippen der Flannen Isles zu waren. Bis heute ohne weitere Zwischenfälle.

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Schafus

Hallo, du, der seinen Weg auf mein Profil gefunden hat. Mein Name ist Jonas, ich wurde am 21. September 1996 geboren und Lebe und Arbeite zur Zeit in München. Hier absolviere ich aktuell meine Ausbildung zum Fachinformatiker/Systemintegration. Ich bin aktiver Twitchstreamer (dort unter der Bezeichnung Ghostgcr zu finden), des weiteren wirke ich am Gemeinschaftsyoutubeaccount Sheepocalyptica mit. Ich schreibe Beiträge für diese Website aus Lust an der Recherche und dem Verfassen von kriminalistischen Artikeln und meinem Interesse an der Kriminalistik. Lasst mir gerne Kommentare unter meinen Beiträgen da, welche mir helfen, meinen Schreibstiel weiter zu verbassen und meine Kentnisse auszubauen :) Vielen Dank und noch einen super Tag, Schafus aka. Ghost aka. Jonas

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