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Tiere und Aberglaube

Im Bereich des Übernatürlichen nehmen Pelz und Federn eine besondere Stellung ein. Tiere hatten als Dämonen,Tiergeister,besessene Haustiere und Kobolde große Bedeutung. Den Hexenverfolgern mangelte es selten an Beweisen dafür, dass jemand von einem Tiergeist befallen war,sei es als Hund ,Katze,Kröte,Maus oder Fliege.

Die Katze wurde häufig mit Hexerei in Zusammenhang gebracht. Sie soll angeblich in Anwesenheit unsichtbarer Geister liebevoll schnurren, während Hunde und Pferde mit Furcht reagieren. Da man annahm, dasss Hexen sich in Katzen verwandeln konnten, gaben die Menschen nur ungern Geheimnisse preis, wenn Katzen zugegen waren.

Man glaubte auch, dass Hexen die Gestalt von Hasen annehmen, Hasen verwandeln und Milch von Kühen stehlen konnten. Isabel Gowdie verriet den schottischen Hexentreibern ihren Zauberspruch: “ In einen Hasen verwandle ich mich mit Mühe und auch mit Pein und wenn ich kehre nach Hause zurück, so soll`s mit dem Teufel sein.“ Die einzige Möglichkeit sich gegen diese Hexenhasen zu wehren, war, sie mit einer Silberkugel zu erschießen. Dann fand man statt des toten Hasen die Leiche einer alten Frau, oder aber die Hexe lag tot in ihrem Haus.

DER SCHREI DER EULE

Die Eule galt ebenfalls als dämonisch, unheilvoll und als Überbringerin schlechter Nachrichten. Der Schrei der Eule wurde als Vorbote des Todes interpretiert. Hörte man ihn in der Nähe des Hauses eines jungen Mädchens, verkündete er, dass es seine Unschuld verloren habe. Wer weiß schon, wie viele junge Frauen aufgrund dieses Aberglaubens gelitten haben. Das Pfeifen des Bachvogels oder Regenpfeifers deutete man entweder als Schrei der gequälten Seelen ungetaufter Neugeborener oder als den Ruf, mit dem ertrunkene Seeleute vor Gefahr warnten.

Auch eine einzelne Elster galt weithin als Unglücksbote. Um ihren Fluch zu bannen, sollte man seinen Hut ziehen und sie grüßen, eine Zwiebel mit sich tragen, das Kreuz schlagen oder dreimal über die rechte Schulter und einmal in Richtung des Vogels spucken, bevor man sagte “ Satan, Satan, ich widersage dir.“ Als Todesvorbote erwies sich auch eine Natter auf der Türschwelle, eine Fledermaus, die dreimal ums Haus flog, eine Kuh, die den Gartenzaun durchbrach, ein Schmetterling bei Nacht, eine Mäuseplage oder eine Kröte, die über jemandes Fuß springt.

Ein Glücksbote war dagegen der Hahn, der in der Frühe kräht, um die bösen Geister zu vertreiben, weshalb man sein Symbol auch gern auf Wetterfahnen und Kirchtürmen findet. Im 19. Jahrhundert begrub man einen Hahn im Fundament, um eine Kirche vor Unheil zu schützen. Zu den heiligen Vögeln zählen außerdem Schwalben, Zaunkönige, Raben, Tauben und Rotkehlchen. Deren Gefieder war blutrot, da sie versucht hatten, Christi Leiden am Kreuz zu Lindern.

REISE INS REICH DER TOTEN

Die Kelten glaubten, dass ihre Seelen auf dem Rücken eines Pferdes ins Reich der Toten reisen. Die außergewöhnliche Bedeutung dieser Vorstellung zeigt das von einem unbekannten Keltenstamm aus Kalkstein geschaffene ca. 100 m große Pferd in Uffington England.

Viele mit Tieren verbundene Formen des Aberglaubens stammen von den Auguren im alten Rom. Sie beobachteten Tiere und deuteten daraus die Zukunft. In der Regel verhieß ein von rechts kommendes Tier Gutes, ein von links kommendes brachte Unheil.

Auch wenn es keine Auguren mehr gibt, wissen wir aus zahlreichen Katastrophen. dass Tiere in der Lage sind, Menschen zu warnen. Tage bevor 1883 der Vulkan auf Krakatau, einer Insel zwischen Sumatra und Java, ausbrach, flohen die Tiere ins Meer und schwammen um ihr Leben. Im Oktober 1923 litten die Bewohner Tokios unter lautem Hundegeheul. Als die Tiere aufhörten, gab es ein starkes Erdbeben. Hätten die Japaner gewusst, dass im Jahr zuvor die Katzen von Copiano, Chile, die Stadt vor einem Erdbeben verlassen hatten, so hätten sie die Zeichen besser deuten können.

 

 

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