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Joseph John Cannon – Kindheit endet in einer Hinrichtungskatastrophe

Joseph Cannon verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens in der Todeszelle – als er mit 38 Jahren hingerichtet wurde, saß er dort seit 21 Jahren. Seine Hinrichtung, die am 22.04.1998 stattfand, verlief ebenso dramatisch wie sein nur 17 Jahre dauerndes Leben außerhalb der Gefängnismauern: Seine Armvene, in die die Nadel für die tödliche Injektion eingeführt werden sollte, kollabierte, so dass die Hinrichtung unterbrochen werden musste. Seine letzten Worte sprach Cannon kurz zuvor. Seine Worte richtete er an die Hinterbliebenen seines Opfers: „Es tut mir sehr leid, was ich Ihrer Mutter angetan habe. Es tut mir so leid für Euch alle. Ich liebe Euch und danke euch, dass ihr freundlich zu mir ward, als ich noch klein war.“

Kurz nach dem Beginn des ersten Hinrichtungsversuchs musste die Exekution unterbrochen werden. Das medizinische Personal konnte die Injektionsnadel nicht in die Vene des Delinquenten einführen. Mehrere Versuche endeten in einem unwürdigen Herumgestochert in den kollabierten Venen des Todeskandidaten. Joseph John Cannon wandte sich an die Zuschauer seiner Exekution und sagte (sinngemäß): „Meine Hinrichtung ist aufgeschoben oder rückgängig gemacht!“ Hoffnung schwang in seiner Stimme mit, denn es ist üblich, dass ein Todesurteil aufgehoben wird, wenn eine Hinrichtung nicht klappen sollte.
Doch offensichtlich kannten Joseph John Cannons Henker diese Regel nicht. Der Hinrichtungshelfer schloss einfach die Vorhänge zum Zuschauersaal. Der Scharfrichter ließ eine weitere Injektion vorbereiten und wies das medizinische Personal an, solange eine Vene zu suchen, bis sie eine gefunden hatten. Während dieses Horrors lag Joseph John Cannon festgeschnallt auf der Liege.

Nach ca. 40 Minuten war der Delinquent erneut für seine Hinrichtung fertig, die Vorhänge wurden aufgezogen. Cannon, offensichtlich verängstigt und mit den Nerven am Ende, riss sich zu einem Lächeln zusammen und sagte: „Vorhin war ich ganz cool, doch diese Pause ließ meine Coolness schwinden.“
Der Hinrichtung wohnten fünf der insgesamt acht Kinder des Opfers bei – einer der Söhne sagte nach Cannons Tod: „Der Job wurde gut erledigt – Ende der story.“

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